Birgit Matejka
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Birgit Matejka Werner Stingl Ralf Schlenger Dr. Ina Schicker Dr. Ulrich Scharmer Dr. Fabienne Hübener

Basiswissen für werdende Geschwister

In einem speziellen Kurs werden kleine Kinder zu perfekten großen Brüdern und Schwestern ausgebildet. Sie lernen, wie Babys entstehen, wie sie auf die Welt kommen und wie man danach mit ihnen umgeht.


Früh übt sich, wer ein gutes Geschwisterchen werden will.

Fotos: Birgit Matejka

Stolz nehmen die kleinen Teilnehmer des Geschwisterkurses die Urkunde entgegen, die ihnen bescheinigt, dass sie ihre Eltern tatkräftig bei der Pflege des neuen Familienmitglieds unterstützen können. Die elf Jungen und Mädchen haben gerade einen eineinhalbstündigen Kurs für Säuglingspflege absolviert.

Eltern und Kinder werden auf das neue Familienmitglied vorbereitet

"Wisst Ihr eigentlich, warum ihr hier seid?" fragt die Hebamme Regina Weber die Mädchen und Jungs zwischen drei und sechsJahren, die auf bunten Kissen im Kreis um sie herumsitzen. "Weil wir ein Baby kriegen," antwortet ein Mädchen. Ein Umstand, der kaum zu übersehen ist, denn die Mütter, die ihren Nachwuchs in die 1. Frauenklinik Maistraße in München begleiten, sind allesamt hochschwanger. Der Geschwisterkurs, den die Münchener Klinik in Kooperation mit dem Spielwarenhersteller Zapf Creation veranstaltet, soll Erstgeborene und deren Eltern auf die Veränderungen vorbereiten, die durch den Familienzuwachs auf sie zukommen. Weber und ihre Kollegin Claudia Rojahn versuchen ihren Schützlingen anschaulich und spielerisch zu vermitteln, was während der Schwangerschaft in Mamas Bauch passiert und warum das Neugeborene so viel elterliche Zuwendung und Aufmerksamkeit benötigt. Gleichzeitig vermitteln sie den Kindern, dass sie ihre Eltern bei der Pflege des neuen Geschwisterchens unterstützen können. An die Stelle von Neid soll so der Stolz auf die neue Rolle als ältere Schwester oder älterer Bruder treten. Parallel zum Training der Kinder findet für die Mütter eine Elternrunde zum Thema zweites Kind statt.

Rojahn demonstriert den Kindern mit Hilfe einer Stoffpuppe, wie das Baby in Mamas Bauch liegt und erläutert dabei Begriffe wie Mutterkuchen, Nabelschnur und Fruchtwasser. Nach all der Theorie geht es für die Geschwister in spe in den Kreissaal, wo ein Teil der Knirpse sofort die höhenverstellbare Liege erklimmt. Währenddessen lauschen einige der Kinder staunend ihren eigenen Herztönen. Und schließlich bekommt die quirlige Gruppe dann auch noch ein "echtes" Neugeborenes zu sehen.

Trösten, füttern, wickeln - was zu tun ist, wenn das Baby schreit

Endlich dürfen die künftigen Geschwister selbst Hand anlegen. Begeistert stürzt sich die lernwillige Truppe nun auf die Baby- Puppen. Gemeinsam mit den beiden Betreuerinnen überlegen die Kids, was zu tun ist, wenn das Baby schreit: "Schnulli in den Mund stecken." "Man muss das Baby am Bauch oder am Kopf streicheln." Säuglinge werden natürlich auch gerne herumgetragen, deshalb zeigt Rohjan den Kindern, wie sie dabei das kleine Köpfchen stützen müssen. "Warum schreit ein Baby?" fragt Weber gleich darauf in die aufmerksame Runde. "Weil ihm langweilig ist." "Es will getröstet werden", so die Antworten der Kinder. Vielleicht hat es aber auch einfach nur Hunger, so eine weitere Überlegung. Und dagegen hilft füttern. Da aber alles, was Säuglinge zu sich nehmen, früher oder später in der Windel landet, demonstrieren die Kursleiterinnen auch gleich, wie das Windelwechseln funktioniert. Dabei geht ein Mädchen schon voll in ihrer Rolle als Puppen-Mama auf: "So, Baby, jetzt muss ich dir die Windel wechseln, weil du in die Hose gepullert hast," redet sie beruhigend auf ihre Puppe ein. Auch wenn längst noch nicht alle Kinder mit ihren Plastik-Babys so behutsam umgehen wie dieses Kind, hat das Training Erfolg.

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